Welche Schafe passen zu uns ins Bogenthal?

Das Bogenthal ist ein enges Tal in der Bergzone 2, darum haben wir eher steile Flächen zu bewirtschaften.

  • Schafe eignen sich generell für Hanglagen. Wir suchen eine Rasse, die robust ist, gewappnet für das eher rauere Klima im Tal.


Das Bogenthal hat durch seine extensive Bewirtschaftung eine wunderbar reichhaltige Flora, mit vielen seltenen Blumen und Kräutern.

  • Weil wir kein Futter zukaufen möchten brauchen wir Schafe, welche genügsam sind und auch zunehmen mit dem Futter, welches hier im Bogental wächst. Aufpassen müssen wir jedoch, dass die Schafe mit ihrem tiefen Biss die Vielfalt nicht gefährden.


Das Bogenthal ist sehr abgelegen. Unsere Kundschaft möchten wir auf dem Weg der Direktvermarktung erreichen.

  • Darum wünschen wir uns ein Schaf mit schmackhaftem Fleisch, welches den Kunden mundet.


Wir streben einen hohen Selbstversorgungsgrad an.

  • Da wir gerne Milch hätten, aus der man Rahm, Frischkäse, Joghurt, Quark und wenn es klappt auch Hartkäse gewinnen kann, wünschen wir uns eine Zweinutzungsrasse. Schafmilch ist besonders fein und hochwertig!


Im Bogenthal gibt es etliche Quellen und Sumpfgebiete. In den meisten Weiden können die Tiere ihren Wasserbedarf selber an den vorhandenen Wasserläufen decken.

  • In nassen Jahren werden wir uns darauf einstellen müssen, dass uns die Flächen versumpfen, weil das Wasser an vielen Stellen rausdrückt. Schafe sind eher empfindlich auf Nässe, da werden wir sicher beim Beweidungskonzept gut darauf achten, dass die Tiere nicht verwurmen.


Gerne hätten wir Milchschafe ins Bogental gebracht, aber wir wollten keine Hochleistungsschafe, da diese sehr hohe Ansprüche an das Futter stellen. Wir entdeckten eine genügsame Zweinutzungsrasse aus den östlichen Alpen, das Krainer Steinschaf. Leider hat es nicht geklappt, Tiere dieser Rasse zu importieren, da die Schweizer Gesetze uns einen Strich durch die Rechnung gemacht haben...

Als wir das Angebot bekamen, vier Spiegelschafe zu kaufen, wurde uns klar: Das wird unsere Rasse! Abgesehen davon, dass man sie nicht melken kann, entsprechen sie den Voraussetzungen.

Wir möchten jedoch weiter dran bleiben, Milchschafe schwirren uns weiter im Kopf herum! Wir wollen bezüglich Import mehr Abklärungen treffen oder andere Möglichkeiten mit den Schafen in der Schweiz durchdenken – wir geben noch nicht auf!

Spiegelschaf - Eine Schweizer Rasse aus dem Prättigau

Beim Spiegelschaf handelt es sich um ein mittelgrosses Schaf, das neben seiner sonst weissen Farbe eine charakteristische Kopfzeichnung zeigt: schwarze Augenflecken, schwarze Ohrspitzen und schwarze Nüstern. Je älter die Tiere werden, desto mehr verblasst diese Zeichnung am Kopf. Gut gezeichnete Tiere sind als Lämmer am ganzen Körper gefleckt, aber nach der ersten Schur bleibt die Wolle auch über den dunklen Flecken weiss – ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Rasse. Der Kopf ist eher lang, gerade und schmal, mit getragenen, mittellangen Ohren.

Die Widerristhöhe beträgt bei den weiblichen Tieren +/-75cm und bei den männlichen Tieren +/-80cm. Das Gewicht der weiblichen Tiere liegt bei +/-70 kg, bei den männlichen Tieren bei +/-80 kg.

Seinen Namen erhielt das Spiegelschaf von der markanten, wollfreien, glatten Stirn, dem sogenannten «Spiegel». Die unbewollte Stirn gehört zum Rassestandard dieses Schafes. Die Körperwolle ist ziemlich fein und oft gezwirnt. Kopf, Bauch und Beine sind nicht bewollt. Die Auen sind asaisonal und lammen ein bis zwei Mal pro Jahr. Sie haben meistens Mehrlingsgeburten und gute Muttereigenschaften. Zu den Zuchtzielen beim Spiegelschaf gehört Widerstandskraft, Anpassungsfähigkeit und Gesundheit.

Die Spiegelschafe sind im Vergleich zu anderen Schafrassen anspruchslos, aber nicht ohne Ansprüche.
Auf der Basis von Raufutter soll eine mittlere Mastfähigkeit angestrebt werden. Bei qualitativ gutem Futter, das ausreichend zur Verfügung steht, ist dies auch problemlos zu erreichen.
Das Fleisch des Spiegelschafes ist feinfaserig, fettarm und sehr schmackhaft.

Herkunft und Entwicklung

Über die Herkunft des Spiegelschafes gibt es kaum gesicherte Informationen. Es taucht in den mündlichen Überlieferungen aus dem Prättigau, der Bündner Herrschaft und den angrenzenden Gebieten immer wieder auf. Im Engadin und im österreichischen Kärnten ist der Name "Spiegelschaf" ebenfalls überliefert, allerdings haben die dort so bezeichneten Tiere wenig mit unseren Schafen gemeinsam. Das Spiegelschaf stammt von alten Bündner Schafrassen wie zum Beispiel vom Prättigauer Schaf ab und hat vermutlich Einflüsse vom Seidenschaf und dem Luzeiner Schaf. Im 17. und 18. Jh. waren die Grenzen für Wanderschafe noch offen, weshalb auch österreichische Rassen wie das Montafoner- und das Brillenschaf an der Entstehung des Spiegelschafes mitgewirkt haben dürften.